Para-Dressur: Reiten mit Handicap – Geschichte, Grade, Bewertung
Para-Dressursport – Reiten mit Handicap: Regeln, Grades, Hilfsmittel & Paralympische Geschichte
Sportart: Para-Dressur • Disziplin: Paralympischer Reitsport • Seit: 1996 paralympisch • Verband: FEI (seit 2006)
Para-Dressur ist die einzige Disziplin im paralympischen Reitsport. Seit 1996 gehört sie zum offiziellen Wettkampfprogramm. Ziel ist eine harmonische Verbindung zwischen Reiter*in und Pferd – unabhängig von körperlichen Einschränkungen.
Para-Dressur: Harmonie zwischen Pferd und Reiter – trotz Handicap
Was ist Para-Dressur?
Para-Dressur wird von Athlet*innen mit unterschiedlichen Behinderungen ausgeübt: Rollstuhlfahrer*innen, Menschen mit Sehbehinderung sowie Reiter*innen mit Einschränkungen an Armen oder Beinen. Ein ausgeprägtes Körpergefühl ist wichtig, denn fehlende Gliedmaßen werden durch kompensatorische Hilfsmittel ausgeglichen.
Reiter*innen mit Sehbehinderung erhalten akustische Orientierungshilfen von außen. Nicht startberechtigt sind Athlet*innen mit geistiger Behinderung.
Die Sportler*innen treten in fünf Startklassen – den sogenannten Grades – gegeneinander an. Jede Klasse hat eigene Aufgaben und Anforderungen.
Wie laufen die Prüfungen ab?
Je nach Grade wird in einem 20×40‑Meter oder 20×60‑Meter‑Viereck geritten. Die Prüfungen bestehen aus zwei Teilen:
- Pflichtprogramm: vorgegebene Lektionen und Linien
- Kür: frei gestaltete Linienführung mit Musik
Im Teamwettbewerb starten drei oder vier Athlet*innen aus unterschiedlichen Grades. Gewertet wird die Summe aus Teamaufgabe und Championatsaufgabe.
Geschichte & Entwicklung
Para-Dressur ist seit den Paralympics 1996 in Atlanta Teil des Programms. Bis Sydney 2000 ritten die Athlet*innen auf zugelosten Pferden des Gastgeberlandes. Seit Athen 2004 starten sie auf eigenen Pferden – das Niveau stieg dadurch deutlich.
2006 wurde Para-Equestrian als achte Disziplin offiziell von der FEI anerkannt. 2010 fand erstmals eine gemeinsame Weltmeisterschaft aller acht Pferdesportdisziplinen in Lexington/Kentucky statt – ein Meilenstein für die Integration des Behindertensports.
Bewertung der Leistungen
In allen Grades wird Wert gelegt auf:
- korrekte Linienführung
- Einwirkung des Reiters
- Losgelassenheit des Pferdes
- harmonisches Zusammenspiel
In den Küren dürfen höhere Lektionen gezeigt werden, jedoch mit Sicherheitsgrenzen. Beispiel: Grade III darf keine Galopppirouetten reiten.
Kompensatorische Hilfsmittel
Hilfsmittel ermöglichen die Kommunikation mit dem Pferd. Sie werden im Sportgesundheitspass eingetragen und individuell genehmigt. Beispiele:
- Stimmeinsatz
- spezielle Zügel
- Handgriff am Sattel
- Riemchen am Steigbügel
- zwei Gerten
- Anderson Stirrups
- erhöhter Sattelkranz
Sporen sind nur erlaubt, wenn eine ausreichende Beinkontrolle vorhanden ist – aus Tierschutzgründen.
Die fünf Grades im Para-Dressursport
Die Einteilung erfolgt nach der Möglichkeit der Einwirkung auf das Pferd. Jeder Grade umfasst mehrere Profile.
Grade I
Schwerste Beeinträchtigungen. Meist Rollstuhlfahrer*innen mit geringer Rumpfbalance oder stark eingeschränkten Arm-/Beinfunktionen. Geritten wird ausschließlich im Schritt.
Grade II
Rollstuhlfahrer*innen mit starken Einschränkungen der Rumpf- und Beinfunktionen. Prüfungen bestehen aus Schritt und kleinen Trabsequenzen.
Grade III
Reiter*innen mit starken Einschränkungen der Beine oder Rumpfbalance, aber guten Armfunktionen. Prüfungen: Schritt, Trab und in der Kür ausgewählte Galopplektionen.
Grade IV
Sehr unterschiedliche Handicaps. Athlet*innen können meist gehen. Auch B1‑klassifizierte Blinde oder Menschen mit mentalen Einschränkungen starten hier. Prüfungen: Schritt, Trab, Galopp – vergleichbar mit Klasse L im Regelsport.
Grade V
Leichte Einschränkungen an einer oder zwei Gliedmaßen oder Sehbehinderung. Prüfungen entsprechen L bis M im Regelsport. In der Kür sind anspruchsvolle Lektionen möglich, z. B. 3er‑ und 4er‑Wechsel oder halbe Galopppirouetten. Piaffe und Passage sind nicht erlaubt.
Videos zum Para-Dressursport
Abenteuer Pferderennen | Distanzreiten in Florac
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Trotz intensiver Vorbereitung und Vorfreude wird das Rennen aufgrund eines Unwetters abgebrochen, was die Enttäuschung der Teilnehmer zeigt.
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00:53 Pferdesport am Limit: Distanzreiten in Europa
31:57 Abspann
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