Symbolbild: Inklusives Segeln
Inklusives Segeln oder auch Para-Segeln
Segeln verbindet Menschen. Menschen mit und ohne Behinderung können gemeinsam auf dem Wasser aktiv sein, Verantwortung übernehmen und sportliche Herausforderungen meistern. Durch individuelle Anpassungen an Boot, Steuerung und Ausrüstung lässt sich der Segelsport an unterschiedliche körperliche und andere Voraussetzungen anpassen.
Der Deutsche Segler-Verband (DSV) informiert ausführlich über Segeln für Menschen mit Behinderung und unterscheidet dabei zwischen Para-Segeln und inklusivem Segeln.

Was ist Para-Segeln?
Para-Segeln bezeichnet den Segelsport von Menschen mit Behinderung. Je nach individuellen Voraussetzungen können Boote und Ausrüstung angepasst werden. Ziel ist es, Menschen mit Behinderung eine möglichst selbstständige Teilnahme am Segelsport und an Regatten zu ermöglichen.
Die notwendigen Anpassungen sind sehr unterschiedlich. Sie können beispielsweise einen festen Sitz, Hand- oder Fußsteuerungen, veränderte Bedienelemente oder andere technische Hilfen umfassen. Entscheidend ist, dass die Anpassung zu den Fähigkeiten und Bedürfnissen der jeweiligen Person passt.
Dabei können Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen segeln – unter anderem Menschen mit körperlichen, geistigen oder Sinnesbehinderungen. Der DSV betont, dass jedem Menschen beim Segeln die Unterstützung gegeben werden sollte, die er oder sie benötigt.
Was bedeutet inklusives Segeln?
Inklusives Segeln bedeutet gemeinsames Segeln von Menschen mit und ohne Behinderung. Dabei steht nicht die Behinderung im Vordergrund, sondern das gemeinsame sportliche Erlebnis.
Je nach Angebot kann gemeinsam trainiert, gesegelt oder an Regatten teilgenommen werden. Individuelle Anpassungen ermöglichen es, dass die jeweiligen Fähigkeiten und das seglerische Können im Mittelpunkt stehen.
Der Deutsche Segler-Verband beschreibt inklusives Segeln als gelebte Inklusion: Menschen lernen sich kennen, sammeln gemeinsame Erfahrungen und können dadurch Unsicherheiten und Vorurteile abbauen.
Die wichtigsten Aspekte des inklusiven und Para-Segelns
- Individuelle Anpassungen: Boote und Ausrüstung können an die jeweiligen Bedürfnisse angepasst werden. Dazu gehören beispielsweise feste Sitze, Handsteuerungen oder Fußpedale.
- Selbstständigkeit: Technische Hilfen sollen es ermöglichen, möglichst viele Aufgaben an Bord selbst zu übernehmen.
- Gemeinschaft: Menschen mit und ohne Behinderung können gemeinsam trainieren, Freizeit verbringen und an Wettkämpfen teilnehmen.
- Chancengleichheit: Durch geeignete Adaptionen können körperliche Einschränkungen teilweise ausgeglichen werden, sodass das seglerische Können stärker in den Mittelpunkt rückt.
- Vielfalt: Inklusives Segeln ist nicht auf eine einzige Behinderungsform oder einen bestimmten Bootstyp beschränkt.
- Vereinsleben: Immer mehr Segelvereine entwickeln inklusive Angebote, Schnuppertage, Trainingsmöglichkeiten und Regatten.
Boote und technische Anpassungen
Grundsätzlich kann laut DSV jedes Boot inklusiv gesegelt werden. Welche Bootsklasse geeignet ist, hängt jedoch von den individuellen Voraussetzungen, den persönlichen Zielen und der gewünschten Nutzung ab.
Besonders bewährt haben sich Bootsklassen, bei denen sich Steuerung und Sitzposition relativ einfach anpassen lassen. Eine bekannte Klasse ist die 2.4mR. Sie wird von Menschen mit und ohne Behinderung gesegelt und bietet verschiedene Möglichkeiten für technische Adaptionen.
Der DSV stellt verschiedene Boote mit Adaptionsmöglichkeiten vor.
Beispiele für mögliche Anpassungen sind:
- feste oder individuell angepasste Sitze
- Handsteuerungen
- Steuerung über Fußpedale
- angepasste Bedienelemente
- barrierearme Steganlagen und Zugänge
- individuelle Hilfsmittel für Sicherheit und Komfort
Warum ist inklusives Segeln so wichtig?
Segeln bietet Menschen mit Behinderung die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen zu treffen und gemeinsam mit anderen ein Ziel zu erreichen. Wind, Wasser und Wetter stellen dabei alle Seglerinnen und Segler vor dieselben sportlichen Herausforderungen.
Gerade diese Gemeinsamkeit macht den Segelsport besonders geeignet für Inklusion. Wenn Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam segeln, wird Begegnung selbstverständlich. Fähigkeiten und Stärken rücken in den Vordergrund – Einschränkungen treten häufig in den Hintergrund.
Inklusives Segeln ist deshalb nicht nur eine Möglichkeit, Sport zu treiben. Es schafft Begegnungen, stärkt Selbstvertrauen und kann dazu beitragen, Barrieren und Vorurteile abzubauen.
Para-Segeln bei den Paralympics
Segeln war von 2000 bis 2016 Bestandteil der Paralympischen Sommerspiele. Bei den Paralympics in Rio de Janeiro 2016 waren letztmals Para-Seglerinnen und Para-Segler am Start.
In dieser Zeit wurde in drei Bootsklassen gesegelt:
- 2.4mR: Ein-Personen-Kielboot
- SKUD 18: Zwei-Personen-Kielboot
- Sonar: Drei-Personen-Kielboot
Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) entschied anschließend, Segeln nicht in das Programm der Paralympischen Spiele von Paris 2024 aufzunehmen. Auch bei Paris 2024 gehörte Segeln daher nicht zu den 22 paralympischen Sportarten.
Das IPC informiert aktuell über Para-Sailing . Dort wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Para-Segeln derzeit nicht Bestandteil des paralympischen Programms ist.
Weitere Informationen zur Geschichte des Para-Segelns bei den Paralympics bietet das German Sailing Team .
Segeln bei den Paralympics 2012
Bei den Paralympischen Spielen 2012 in London wurde in drei Klassen gesegelt. Frauen und Männer traten gemeinsam an. Eine Klassifizierung sollte dabei sicherstellen, dass die unterschiedlichen Beeinträchtigungen der Athletinnen und Athleten im Wettbewerb berücksichtigt werden.
Zwei-Personen-KielbootSKUD 18Gemischte Zweier-Crew.
| Wettbewerb | Bootsklasse | Besonderheiten | |||
|---|---|---|---|---|---|
| Ein-Personen-Kielboot | 2.4mR | Ein Segler bzw. eine Seglerin pro Boot. Die Klasse war für Para-Segler mit entsprechender Klassifizierung vorgesehen. | |||
| Die Klassenregeln berücksichtigten sowohl Geschlecht als auch Klassifizierung der Crewmitglieder. | |||||
| Drei-Personen-Kielboot | Sonar | Drei Seglerinnen bzw. Segler pro Boot. Die Klassifizierung der Crew wurde über ein Punktesystem berücksichtigt. |
Die damaligen paralympischen Wettbewerbe zeigen, wie Anpassungen und Klassifizierung dazu beitragen können, sportliche Wettbewerbe für Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen fair zu gestalten.
Inklusives Segeln heute
Auch ohne paralympischen Status gibt es heute zahlreiche Möglichkeiten, inklusiv zu segeln und an Regatten teilzunehmen. Der DSV unterstützt Vereine beim Aufbau entsprechender Angebote und stellt Informationen zu Booten, Adaptionsmöglichkeiten, Fördermöglichkeiten und Best-Practice- Beispielen bereit.
Wer selbst ausprobieren möchte, ob inklusives Segeln das Richtige ist, findet beim DSV auch eine Übersicht von Vereinen mit inklusiven Segelangeboten.
Segelvereine mit inklusivem Angebot finden
Auch Veranstaltungen, Schnuppersegeltage, Regatten und Seminare zum inklusiven Segeln werden regelmäßig angeboten.
Inklusives Segeln braucht starke Partner
Inklusion im Segelsport gelingt besonders dann, wenn Vereine, Verbände, Trainerinnen und Trainer, Ehrenamtliche, Familien und Sportlerinnen und Sportler zusammenarbeiten. Neben geeigneten Booten sind auch barrierefreie Steganlagen, sichere Zugänge, qualifizierte Betreuung und ein offenes Vereinsumfeld wichtig.
Der DSV unterstützt Vereine unter anderem mit Beratung, Informationen, Seminaren, Best-Practice-Beispielen und einer Übersicht inklusiver Segelangebote.
Best-Practice-Beispiele für inklusives Segeln
Weitere Informationen und Termine finden sich auch bei Wir sind Wir – Inclusion in Sailing e. V.
Video: Segeln mit Behinderung
Das folgende Video zeigt, wie Menschen mit Behinderung den Segelsport erleben und welche individuellen Anpassungen dabei eingesetzt werden können.
Vereinsvorstellung: FC St Pauli Segeln
Kontakt FC St Pauli Segeln: inklusion@fcstpauli-segeln.de
Bei Fragen, Ideen, Anregungen an uns: kontakt@iability.deMehr anzeigen
Weiterführende Informationen
Du möchtest mehr über inklusives Segeln, Para-Segeln und Sport für Menschen mit Behinderung erfahren? Die folgenden Anlaufstellen bieten weiterführende Informationen zu Angeboten, Booten, Anpassungsmöglichkeiten, Veranstaltungen und dem Para-Sport.
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- DSV – Segeln für Menschen mit Behinderung
- Deutscher Segler-Verband (DSV) – Inklusives Segeln
- DSV – Boote mit Adaptionsmöglichkeiten
- DSV – Veranstaltungen und Angebote zum inklusiven Segeln
- Deutscher Behindertensportverband (DBS) – Para-Segeln und Leistungssport
- German Sailing Team – Segeln bei den Paralympics
- BVS Bayern – Para-Segeln
- Wir sind Wir – Termine und Veranstaltungen
Weitere Sportarten für Menschen mit Behinderung
Neben dem Segelsport gibt es zahlreiche weitere Para-Sportarten und inklusive Sportangebote. Einen Überblick über verschiedene Sportarten, Regeln und Möglichkeiten findest du hier:
Vereinsvorstellung: FC St Pauli Segeln
Kontakt FC St Pauli Segeln: inklusion@fcstpauli-segeln.de
Bei Fragen, Ideen, Anregungen an uns: kontakt@iability.deMehr anzeigen