HINWEIS: Ich das habe nicht das Copyright am Organal Bild zum Film ("Champions" (Spanisch: "Campeones") ,deshalb musste ich es entfernen
„Weil wir Champions sind“ – ein persönlicher Blick als TV-Zuschauer
Als ich „Weil wir Champions sind“ zum ersten Mal gesehen habe, hatte ich ehrlich gesagt mit einem typischen „Feelgood-Fernsehfilm“ gerechnet – nett, vorhersehbar, schnell wieder vergessen. Stattdessen habe ich einen Film erlebt, der mich als Zuschauer wirklich berührt und auch herausgefordert hat.
Besonders beeindruckt hat mich, dass die Basketballmannschaft konsequent mit Schauspieler:innen besetzt wurde, die selbst eine geistige Behinderung haben – und dass an Originalschauplätzen wie den Bonner Werkstätten gedreht wurde. Das fühlt sich nicht nach „Deko-Inklusion“ an, sondern nach echter Präsenz. Menschen, die sonst oft nur am Rand vorkommen, stehen hier im Mittelpunkt – mit Humor, Ecken und Kanten, und vor allem: mit Würde.
Die Geschichte um den arroganten Trainer (stark gespielt von Wotan Wilke Möhring) ist im Kern klassisch: Einer, der „alles weiß“, lernt von denen, die er anfangs unterschätzt. Aber der Unterschied liegt in der Art, wie der Film mit den Figuren umgeht: Die Spieler werden nicht romantisiert, nicht bemitleidet und nicht lächerlich gemacht. Sie sind einfach: Menschen. Mit Humor, Stolz, Unsicherheiten, Stärken – und einem verdammt guten Teamgeist.
Dass mein Arbeitskollege Jonas Relitzki mitspielt und seit 2015 im inklusiven Theaterensemble Theaterkönig aus Köln aktiv ist, macht das Ganze für mich noch greifbarer: Hier geht es nicht nur um eine Filmrolle – hier geht es um echte Chancen, echte Sichtbarkeit und echte künstlerische Arbeit.
Warum der Film für mich herausragt
- Authentizität statt Klischee: Kein „Cripping up“, keine künstlich gespielte Behinderung – sondern Menschen, die ihre eigene Realität mitbringen. Das spürt man in jeder Szene.
- Humor auf Augenhöhe: Ich habe oft gelacht – aber nie über die Spieler, sondern mit ihnen. Der Film schafft es, warmherzig zu sein, ohne herablassend zu werden.
- Perspektivwechsel: Der Film stellt leise, aber deutlich die Frage: Wer definiert eigentlich, was „normal“ ist? Und warum?
Im Kontext anderer Filme
Im Vergleich zu anderen Werken wie „The Peanut Butter Falcon“, „Glück auf Umwegen“ oder „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ reiht sich „Weil wir Champions sind“ für mich in eine Reihe von Filmen ein, die Behinderung nicht nur als tragischen Hintergrund, sondern als Teil einer komplexen, lebendigen Lebensrealität zeigen. Dass der Film auf dem spanischen Original „Campeones“ (2018) basiert, merkt man – aber die deutsche Version hat ihren eigenen Ton.
Auch der US-Film „Champions“ (2023) mit Woody Harrelson und Schauspieler:innen wie Madison Tevlin zeigt, wie wichtig „Authentic Casting“ geworden ist. Für mich als Zuschauer ist das mehr als ein Trend: Es fühlt sich nach einem längst überfälligen Schritt in Richtung Ehrlichkeit an.
Persönliches Fazit
„Weil wir Champions sind“ ist für mich kein perfekter Film – aber ein wichtiger. Er ist unterhaltsam, berührend und an vielen Stellen mutiger, als man es von einer großen TV-Produktion erwarten würde.
Als TV-Zuschauer, der sich mit Inklusion beschäftigt, wünsche ich mir mehr solcher Projekte: Filme, in denen Menschen mit Behinderung nicht nur Thema sind, sondern aktiv mitgestalten, sichtbar sind und ihre eigenen Geschichten erzählen dürfen.
Wenn ich dem Film eine persönliche Note geben müsste: 8,5 von 10 Punkten – und ein großes Plus für Mut, Besetzung und Haltung.