Die Paralympischen Sommerspiele 2024 in Paris
Para-Schwimmen ist die paralympische Form des Leistungsschwimmens für Menschen mit körperlichen, visuellen oder intellektuellen Beeinträchtigungen. Die Sportart gehört seit den ersten offiziellen Paralympischen Spielen 1960 in Rom zum paralympischen Programm und zählt heute zu den größten Sportarten der Paralympics.
Bei den Paralympischen Spielen 2024 in Paris traten mehr als 600 Athletinnen und Athleten in insgesamt 141 Medaillenentscheidungen an. Die Wettkämpfe fanden in der Paris La Défense Arena statt.
Die wichtigsten Disziplinen im Para-Schwimmen sind:
- Freistil: je nach Startklasse unterschiedliche Distanzen, darunter 50 m, 100 m, 200 m und 400 m.
- Rückenschwimmen: je nach Startklasse 50 m oder 100 m.
- Brustschwimmen: je nach Startklasse 50 m oder 100 m.
- Schmetterling: je nach Startklasse 50 m oder 100 m.
- Lagen: je nach Startklasse unterschiedliche Distanzen, darunter 150 m oder 200 m in den dafür vorgesehenen Klassen und Wettbewerben.
- Staffeln: unter anderem gemischte 4×50-m- und 4×100-m-Freistilstaffeln.

Para-Schwimmen im Schmetterlingsstil
Medaillenspiegel im Para-Schwimmen bei den Paralympics 2024:
Bei den Paralympischen Spielen 2024 in Paris wurden insgesamt 141 Medaillenentscheidungen im Para-Schwimmen ausgetragen. Nach den offiziellen Ergebnissen des Internationalen Paralympischen Komitees gehörten folgende Nationen zu den erfolgreichsten:
- China
- Großbritannien
- Italien
- USA
- Ukraine
Die vollständigen Ergebnisse und Medaillenplatzierungen können im offiziellen Ergebnisarchiv der Paralympischen Spiele 2024 eingesehen werden.
Herausragende Athletinnen und Athleten:
Bei den Paralympics 2024 sorgten zahlreiche Para-Schwimmerinnen und Para-Schwimmer für herausragende Leistungen. Dazu gehörten unter anderem:
- Simone Barlaam (Italien): erfolgreicher Para-Schwimmer in verschiedenen Freistil- und Schmetterlingswettbewerben.
- Maisie Summers-Newton (Großbritannien): erfolgreiche Brust- und Freistilschwimmerin.
- Lakeisha Patterson (Australien): erfolgreiche Para-Schwimmerin, unter anderem über 400 m Freistil.
- Jiang Yuyan (China): erfolgreiche Para-Schwimmerin in mehreren Disziplinen.
- Jessica Long (USA): eine der erfolgreichsten Para-Schwimmerinnen ihrer Generation und über mehrere Paralympische Spiele hinweg erfolgreich.
Auch in anderen paralympischen Sportarten wie dem Para-Reiten gab es bei den Paralympics 2024 herausragende sportliche Leistungen.
Startklassen im Para-Schwimmen
Damit Athletinnen und Athleten mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen möglichst fair miteinander konkurrieren können, gibt es im Para-Schwimmen ein sportartspezifisches Klassifizierungssystem. Die Klassen werden nach der Art der Beeinträchtigung und deren funktionellen Auswirkungen auf die Schwimmleistung eingeteilt.
Die Sportklassen reichen je nach Beeinträchtigungsart unter anderem von S1 bis S14. Die Klassen S11 bis S13 beziehen sich auf visuelle Beeinträchtigungen. Die Klasse S14 ist für Athletinnen und Athleten mit intellektueller Beeinträchtigung vorgesehen.
Zusätzlich gibt es für Brustschwimmen und Lagen eigene Bezeichnungen wie SB und SM. Die konkrete Sportklasse wird durch eine sportartspezifische Klassifizierung bestimmt.
Technische Besonderheiten im Wettkampf
Je nach Beeinträchtigung können sich Start, Wende und Anschlag an der Beckenwand von den Abläufen im olympischen Schwimmen unterscheiden. Athletinnen und Athleten können beispielsweise aus dem Wasser starten oder den Startblock beziehungsweise eine andere zulässige Startposition nutzen.
Für Schwimmerinnen und Schwimmer mit starker Sehbeeinträchtigung gelten besondere Regelungen. In der Klasse S11 ist beispielsweise eine abgedunkelte Schwimmbrille vorgeschrieben. Außerdem können sogenannte Tapper eingesetzt werden. Sie geben den Schwimmerinnen und Schwimmern durch ein leichtes Antippen ein Signal, wenn die Beckenwand für die Wende oder den Zielanschlag näherkommt.
Die besonderen Regeln und Anpassungen sollen sicherstellen, dass die unterschiedlichen Beeinträchtigungen möglichst wenig Einfluss auf die sportliche Vergleichbarkeit der Leistungen haben.
Warum Para-Schwimmen so wichtig ist
Para-Schwimmen ermöglicht Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen, leistungsorientiert Sport zu treiben und sich auf nationaler und internationaler Ebene miteinander zu messen. Die Sportart verbindet sportliche Leistung, Technik, Ausdauer und persönliche Leistungsentwicklung.
Darüber hinaus trägt Para-Schwimmen dazu bei, Menschen mit Behinderungen im Leistungssport sichtbarer zu machen und Barrieren in der Gesellschaft abzubauen. Die Paralympics zeigen eindrucksvoll, welche sportlichen Leistungen unter unterschiedlichen Voraussetzungen möglich sind.
Weitere Informationen zu den Regeln, Sportklassen und internationalen Wettkämpfen bietet das Internationale Paralympische Komitee.
Die beeindruckende Geschichte des Para-Schwimmers Josia Topf | Teil 1 | sportstudio
Als erst 18-Jähriger gewinnt er seinen Paralympics-Vorlauf in Bestzeit über 50m Freistil – und das, obwohl er als einziger Athlet im Becken keine Arme hat. Ein Nachteil gegenüber der internationalen Konkurrenz? Ja, meint Josia. Seine Beschwerde prallt jedoch an den Klassifizierern ab. Trotzdem kämpft Josia weiter für seinen Traum. Wenig später wird er im Paralympics-Finale über 50m Freistil Fünfter.
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