Para-Powerlifting: Regeln, Rekorde und Kraftsport bei den Paralympics
Bei den Paralympischen Spielen steht nicht das traditionelle olympische Gewichtheben auf dem Programm, sondern Para-Powerlifting. Die paralympische Disziplin konzentriert sich ausschließlich auf das Bankdrücken und stellt die Oberkörperkraft der Athletinnen und Athleten in den Mittelpunkt.

Para-Powerlifting gehört seit 1984 zum Programm der Paralympischen Spiele und hat sich zu einer weltweit betriebenen Kraftsportart entwickelt. Die Athletinnen und Athleten treten dabei unabhängig von ihrer jeweiligen körperlichen Behinderung in einer gemeinsamen Sportklasse an und werden nach ihrem Körpergewicht in verschiedene Gewichtskategorien eingeteilt.
Die Sportart wird von World Para Powerlifting, einer Organisation des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC), geregelt. Ziel des Wettkampfs ist es, eine möglichst hohe Last technisch korrekt auf der Bank zu drücken.
Fakten und Regeln des Para-Powerliftings
- Disziplin: Im paralympischen Para-Powerlifting wird ausschließlich das Bankdrücken ausgetragen. Anders als beim klassischen Kraftdreikampf gehören Kniebeugen und Kreuzheben nicht zum paralympischen Wettbewerb.
- Ablauf: Die Athletinnen und Athleten liegen auf einer speziellen Bank. Die Hantel wird kontrolliert abgesenkt, bis sie den Brustbereich erreicht. Nach einem kurzen Haltemoment wird das Gewicht nach oben gedrückt, bis die Arme wieder vollständig gestreckt sind. Die Kampfrichter beurteilen die technische Ausführung jedes Versuchs.
- Versuche: Jede Athletin und jeder Athlet hat zunächst drei Versuche. Je nach Wettkampfregeln können zusätzliche Versuche unter bestimmten Voraussetzungen möglich sein, beispielsweise für einen Rekordversuch.
- Klassifikation: Im Para-Powerlifting gibt es eine gemeinsame Sportklasse. Die Einteilung erfolgt nicht nach verschiedenen Behinderungsgruppen, sondern nach dem Körpergewicht. Es gibt zehn Gewichtskategorien für Frauen und zehn für Männer.
- Technik: Für einen gültigen Versuch müssen verschiedene technische Vorgaben eingehalten werden. Dazu gehören unter anderem die kontrollierte Abwärtsbewegung, das Halten der Hantel und das vollständige Ausstrecken der Arme.
- Rekorde: Para-Powerlifting hat immer wieder außergewöhnliche Kraftleistungen hervorgebracht. Besonders bekannt wurde der iranische Athlet Siamand Rahman, der bei den Paralympischen Spielen in Rio 2016 mit 305 kg einen damaligen paralympischen Rekord aufstellte und später weitere Rekordleistungen erzielte.
- Internationale Verbreitung: Para-Powerlifting wird inzwischen in zahlreichen Ländern betrieben und gehört zu den etablierten Sportarten der paralympischen Bewegung.
Para-Powerlifting und Special Olympics – ein wichtiger Unterschied
Para-Powerlifting bei den Paralympics darf nicht mit dem Powerlifting bei den Special Olympics verwechselt werden. Es handelt sich um unterschiedliche Wettbewerbsformen mit unterschiedlichen Regeln.
Bei den Paralympics besteht Para-Powerlifting ausschließlich aus Bankdrücken. Bei den Special Olympics kann Powerlifting dagegen mehrere Kraftübungen umfassen, darunter Kniebeugen, Bankdrücken und Kreuzheben. Der Begriff „Kraftdreikampf“ passt deshalb zum Powerlifting im Rahmen der Special Olympics, nicht jedoch zur paralympischen Disziplin Para-Powerlifting.
Beide Sportangebote ermöglichen Menschen mit Behinderungen die Teilnahme an organisiertem Wettkampfsport. Sie unterscheiden sich jedoch hinsichtlich der Zielgruppen, Klassifikation und Wettkampfregeln.
Warum Para-Powerlifting besonders ist
Para-Powerlifting konzentriert sich auf eine zentrale sportliche Fähigkeit: maximale Kraft beim Bankdrücken. Die körperlichen Voraussetzungen der Athletinnen und Athleten können dabei sehr unterschiedlich sein. Durch das gemeinsame Klassensystem und die Gewichtskategorien steht die sportliche Leistung im Mittelpunkt.
Für viele Athletinnen und Athleten ist der Sport zugleich ein Weg zu mehr Selbstständigkeit, sportlicher Teilhabe und internationalem Wettbewerb. Para-Powerlifting zeigt damit, dass Leistungssport nicht auf eine bestimmte körperliche Ausgangssituation beschränkt ist.
Ein Blick auf die Paralympischen Spiele
Bei den Paralympischen Spielen treten die besten Para-Powerlifterinnen und Para-Powerlifter der Welt gegeneinander an. Die Wettkämpfe sind häufig von sehr kleinen Abständen zwischen den Platzierungen geprägt. Schon wenige Kilogramm können über eine Medaille entscheiden.
Neben der maximalen Kraft spielt deshalb auch die taktische Planung eine wichtige Rolle. Die Wahl des Einstiegsgewichts und der weiteren Versuche muss sorgfältig auf die aktuelle Leistungsfähigkeit und die Konkurrenz abgestimmt werden.
Rekorde und besondere Leistungen
Die Geschichte des Para-Powerliftings ist von außergewöhnlichen Kraftleistungen geprägt. Zu den bekanntesten Athleten gehört der Iraner Siamand Rahman. Er gehörte über viele Jahre zu den dominierenden Athleten seiner Gewichtsklasse und durchbrach als erster Para-Powerlifter die Marke von 300 Kilogramm im Wettkampf.
Seine Leistungen machten weltweit deutlich, welches enorme Kraftniveau im Para-Powerlifting möglich ist. Gleichzeitig zeigen Rekorde nur einen Teil des Sports: Entscheidend sind auch die technische Ausführung, die Vorbereitung und die individuelle Entwicklung der Athletinnen und Athleten.
Quellen und weiterführende Informationen
- Regeln und internationale Informationen: Die offiziellen Regeln und Informationen finden Sie auf der Website von World Para Powerlifting (IPC) .
- Informationen zum Para-Sport in Deutschland: Der Deutsche Rollstuhl-Sportverband e. V. informiert über den Kraftsport und Para-Sport in Deutschland.
- Special Olympics: Informationen zum Powerlifting bei den Special Olympics finden Sie auf der offiziellen Website der Organisation.
Hinweis: Para-Powerlifting und Powerlifting bei den Special Olympics sind nicht dasselbe. Wer sich für die paralympische Sportart interessiert, sollte insbesondere die offiziellen Regeln von World Para Powerlifting beachten.
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