Bruno Gröning-Freundeskreis zwischen Heilungsversprechen, spiritueller Lehre und kritischer Bewertung.
Bruno-Gröning-Freundeskreis: Heilungsversprechen, Kritik und mögliche Risiken
Der Bruno-Gröning-Freundeskreis (BGF) ist eine 1979 von Grete Häusler gegründete Gemeinschaft, die sich auf die Lehre des 1959 verstorbenen Bruno Gröning beruft. Nach eigener Darstellung ist der Freundeskreis ein freiwilliger Zusammenschluss von Menschen, die Grönings Lehre als hilfreich und wertvoll ansehen und den sogenannten „Heilstrom“ praktizieren. Heute wird die Gemeinschaft nach eigenen Angaben von Dieter Häusler, dem Sohn der Gründerin, geleitet und ist in mehr als 100 Ländern mit örtlichen Gemeinschaften vertreten.
Die Organisation bezeichnet sich selbst nicht als Religionsgemeinschaft und erklärt ausdrücklich, weder zu diagnostizieren noch zu therapieren oder medizinisch zu behandeln. Ebenso betont der Freundeskreis, dass er nicht von Arztbesuchen, Medikamenteneinnahme, Therapien oder Operationen abrät. Gleichzeitig steht die Bewegung seit Jahrzehnten in der Kritik von Weltanschauungsbeauftragten, kirchlichen Stellen und Beratungsstellen. Im Mittelpunkt der Kritik stehen insbesondere die Heilungslehre, die Aussage „Es gibt kein Unheilbar“, die veröffentlichten Heilungsberichte und die mögliche Wirkung solcher Versprechen auf schwer oder chronisch erkrankte Menschen.
Für Menschen mit Behinderungen, chronischen Erkrankungen oder schweren Krankheiten ist deshalb eine besonders kritische Betrachtung sinnvoll. Eine spirituelle Überzeugung kann für einen Menschen persönlich wichtig sein, darf aber nicht dazu führen, dass notwendige medizinische Untersuchungen oder Behandlungen unterlassen oder verzögert werden.
Bruno Gröning sprach von einer göttlichen Kraft, dem „Heilstrom“, der Menschen helfen soll.
Das Thema Gesundheit: „Es gibt kein Unheilbar“?
Ein zentraler Bestandteil der Lehre Bruno Grönings ist die Vorstellung einer göttlichen Kraft, die als „Heilstrom“ bezeichnet wird. Nach der Lehre soll dieser Heilstrom vom Menschen aufgenommen werden können und Heilung ermöglichen. Der Freundeskreis veröffentlicht zahlreiche persönliche Berichte über gesundheitliche Verbesserungen und Heilungen.
Die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) kritisiert insbesondere die daraus entstehenden überhöhten Heilungserwartungen. Nach ihrer Einschätzung ist die Behauptung, es gebe keine unheilbaren Krankheiten, für Menschen auf der Suche nach Heilung problematisch und kann erheblichen psychischen Druck erzeugen.
- Der „Heilstrom“: Nach der Lehre Bruno Grönings handelt es sich um eine göttliche Kraft, die durch Gröning vermittelt werde und auch nach seinem Tod wirksam sein soll.
- „Es gibt kein Unheilbar“: Dieser Gedanke gehört zu den zentralen Aussagen der Bewegung. Die EZW bewertet eine solche Aussage kritisch, weil es aus medizinischer Sicht weiterhin zahlreiche chronische und unheilbare Erkrankungen gibt.
- Heilungsberichte: Der Freundeskreis sammelt und veröffentlicht persönliche Berichte über angebliche oder erlebte Heilungen. Solche persönlichen Erfahrungen können jedoch nicht mit wissenschaftlich kontrollierten medizinischen Studien gleichgesetzt werden.
- Medizinisch-Wissenschaftliche Fachgruppe: Innerhalb des Freundeskreises existiert eine Medizinisch-Wissenschaftliche Fachgruppe (MWF), in der Angehörige von Heilberufen tätig sind und Heilungsberichte dokumentiert beziehungsweise untersucht werden.
- Wissenschaftliche Kritik: Die EZW kritisiert, dass die vorgestellten Heilungsfälle nicht den Anforderungen unabhängiger medizinisch-wissenschaftlicher Forschung entsprechen. Bei einer von der EZW besuchten Veranstaltung wurden unter anderem persönliche Heilungsberichte und einzelne Fallbeispiele präsentiert.
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Persönliche Heilungserfahrungen sind kein wissenschaftlicher Nachweis für die Wirksamkeit einer Heilmethode. Insbesondere bei Krebs, schweren chronischen Erkrankungen, neurologischen Erkrankungen oder akuten gesundheitlichen Problemen darf eine notwendige medizinische Behandlung nicht durch eine spirituelle Methode ersetzt werden.
Glaube und Medizin müssen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Wer eine spirituelle Überzeugung praktiziert, sollte trotzdem medizinische Diagnosen, Medikamente und notwendige Therapien mit qualifizierten Ärztinnen und Ärzten besprechen.
Die offizielle Haltung des Bruno-Gröning-Freundeskreises zur Medizin
Bei einer sachlichen Betrachtung muss zwischen der offiziellen Eigendarstellung des Freundeskreises und der Kritik von außen unterschieden werden.
Der Bruno-Gröning-Freundeskreis erklärt ausdrücklich, dass dort nicht diagnostiziert, untersucht, therapiert oder medizinisch behandelt werde. Medikamente würden weder empfohlen noch verordnet oder verabreicht. Ebenso werde nicht von Arztbesuchen, Medikamenteneinnahme, Therapien oder operativen Eingriffen abgeraten. Die Organisation bezeichnet sich daher selbst ausdrücklich als keinen Ersatz für einen Arztbesuch.
Gleichzeitig wirbt der Freundeskreis mit zahlreichen persönlichen Erfolgs- und Heilungsberichten. Genau hier setzt ein wesentlicher Teil der Kritik an: Die Frage ist nicht nur, ob die Organisation ausdrücklich von medizinischen Behandlungen abrät, sondern auch, welchen Eindruck die Aussage vermittelt, dass es grundsätzlich „kein Unheilbar“ gebe und der Heilstrom Heilung bewirken könne.
Das Sekten-Info Nordrhein-Westfalen berichtete auch 2024 über Beratungsfälle zum Bruno-Gröning-Freundeskreis. Nach Darstellung der Beratungsstelle geht es dabei unter anderem um die Lehre, dass es keine unheilbare Erkrankung gebe, sowie um die Vorstellung, dass Zweifel und Kritik von Außenstehenden die Heilung behindern könnten. Die Beratungsstelle berichtet außerdem von besorgten Angehörigen, die sich wegen des Umgangs mit schweren Erkrankungen an sie wenden.
Heilungserwartung und psychischer Druck
Ein besonders wichtiger Kritikpunkt betrifft die Frage, was passiert, wenn eine erwartete Heilung ausbleibt. Die EZW beschreibt die Heilungsrhetorik des Freundeskreises als problematisch, weil sie bei kranken Menschen eine sehr hohe Erwartung erzeugen könne.
Auch das Sekten-Info Nordrhein-Westfalen berichtet, dass innerhalb der Lehre Zweifel als hinderlich für die Heilung angesehen werden können. Für Betroffene kann dadurch ein erheblicher psychischer Druck entstehen: Wenn eine Krankheit nicht verschwindet, könnte der Eindruck entstehen, man selbst habe nicht ausreichend geglaubt, vertraut oder sich richtig auf den Heilstrom eingestellt.
Diese Frage ist besonders bei Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen wichtig. Eine Behinderung oder chronische Krankheit ist nicht automatisch ein persönliches Versagen und sollte nicht als Folge eines mangelnden Glaubens interpretiert werden.
Die Kritik der Weltanschauungsberatung
Die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Bruno-Gröning-Freundeskreis. In ihrer aktuellen Darstellung beschreibt sie die Bewegung kritisch als eine esoterisch geprägte Heilungsbewegung.
Die EZW kritisiert insbesondere die Vorstellung, dass es keine unheilbaren Krankheiten gebe. Aus medizinischer Sicht gibt es weiterhin zahlreiche Erkrankungen, die chronisch verlaufen oder nicht geheilt werden können. Die medizinische Versorgung kann bei vielen Erkrankungen Beschwerden lindern, das Fortschreiten verhindern oder Heilung ermöglichen – sie kann aber nicht jede Krankheit heilen.
Die EZW warnt deshalb davor, dass Menschen aufgrund der Heilungsversprechen notwendige medizinische Hilfe ablehnen könnten. Dies könne bei schweren Erkrankungen lebensgefährlich werden.
Gleichzeitig ist es wichtig, diese Kritik korrekt zu formulieren: Der Freundeskreis selbst bestreitet, medizinische Behandlung abzulehnen oder Menschen vom Arztbesuch abzuhalten. Die mögliche Gefahr ergibt sich nach der Kritik vielmehr aus der Kombination von starken Heilungserwartungen, persönlicher Glaubenserfahrung und der Vorstellung, grundsätzlich gebe es keine unheilbare Krankheit.
Die Medizinisch-Wissenschaftliche Fachgruppe (MWF)
Die Medizinisch-Wissenschaftliche Fachgruppe ist eine innerhalb des Freundeskreises bestehende Gruppe von Ärzten, Heilpraktikern und anderen Angehörigen von Heilberufen. Sie beschäftigt sich nach eigener Darstellung mit der Dokumentation und Untersuchung von Heilungserfahrungen.
Die EZW hat jedoch die wissenschaftliche Unabhängigkeit und Aussagekraft dieser Arbeit kritisch hinterfragt. In einem Bericht über den Besuch einer Veranstaltung des Freundeskreises wurde insbesondere bemängelt, dass bei den präsentierten Heilungsfällen nicht transparent gewesen sei, inwieweit wissenschaftliche Kriterien unabhängiger medizinischer Forschung angewandt wurden.
Das ist ein wichtiger Unterschied: Dass Ärzte oder andere Angehörige von Heilberufen innerhalb einer Organisation tätig sind, macht die dort präsentierten Erfahrungsberichte nicht automatisch zu wissenschaftlich anerkannten Studien.
Das Verhältnis zu christlichen Kirchen
Der Bruno-Gröning-Freundeskreis bezeichnet sich selbst als überkonfessionell. Nach eigener Darstellung können Menschen unterschiedlicher Religionen teilnehmen und sollen in ihrer jeweiligen Kirche bleiben.
Von kirchlicher Seite gibt es dennoch deutliche theologische Kritik. Die EZW ordnet die Lehre des Freundeskreises dem esoterischen beziehungsweise neuoffenbarerischen Bereich zu.
- Die Stellung Bruno Grönings: Bruno Gröning nimmt innerhalb der Bewegung eine außergewöhnlich wichtige Stellung ein. Kritiker sehen darin eine Form der starken religiösen beziehungsweise charismatischen Verehrung seiner Person.
- Heil und Gesundheit: Kirchliche Kritiker sehen einen grundlegenden Unterschied zwischen der christlichen Vorstellung von Gebet und Gnade und der Vorstellung, Gesundheit könne durch das richtige Einstellen auf einen göttlichen Heilstrom erreicht werden.
- Jesus und der Mittlergedanke: Aus christlicher Sicht wird kritisch gesehen, dass Gröning innerhalb der Lehre eine besondere Vermittlerstellung zwischen Mensch und göttlicher Kraft einnimmt.
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Auch die katholische Weltanschauungsberatung in Kärnten bezeichnete den Bruno-Gröning-Freundeskreis 2025 als problematisch beziehungsweise konfliktträchtig. Gleichzeitig erklärte der zuständige Referent ausdrücklich, dass er den Begriff „Sekte“ in der heutigen Beratungssprache nicht verwenden würde.
Warum der Begriff „Sekte“ problematisch ist
In älteren Medienberichten und Publikationen wird der Bruno-Gröning-Freundeskreis teilweise als „Sekte“ oder „sektenartig“ bezeichnet. Der Begriff ist jedoch wissenschaftlich und beratungspraktisch problematisch und wird von heutigen Weltanschauungsberatungsstellen teilweise bewusst vermieden.
Für eine sachliche Berichterstattung ist es deshalb besser, konkret zu benennen, welche Eigenschaften und Verhaltensweisen kritisiert werden: beispielsweise Heilungsversprechen, übersteigerte Heilungserwartungen, Umgang mit Kritik, mögliche Abhängigkeiten oder der Umgang mit medizinischen Behandlungen.
Das Sekten-Info Nordrhein-Westfalen führt den Bruno-Gröning-Freundeskreis in seinen Jahresberichten im Bereich der Heilergruppen auf und dokumentiert wiederholt Beratungsfälle im Zusammenhang mit der Bewegung.
Finanzierung und organisatorische Struktur
Nach eigenen Angaben erhebt der Bruno-Gröning-Freundeskreis keine Eintrittsgelder, Mitgliedsbeiträge oder Gebühren. Die Arbeit werde durch freiwillige Spenden und unentgeltliche Mitarbeit getragen.
Als rechtlicher Träger fungiert in Deutschland der Kreis für natürliche Lebenshilfe e.V.. Nach Angaben des Freundeskreises ist dieser Verein als gemeinnützig und mildtätig anerkannt.
Daneben besteht die Grete Häusler GmbH, die Veröffentlichungen über Bruno Gröning und seine Lehre vertreibt. Dazu gehören unter anderem Bücher, Zeitschriften, CDs, DVDs und weitere Medien. Der Freundeskreis erklärt, dass zwischen dem ideellen Bereich der Gemeinschaft und dem Verlag eine finanzielle Trennung besteht.
Diese Angaben stammen aus der Eigendarstellung des Freundeskreises und sollten als solche kenntlich gemacht werden. Aus der Tatsache, dass ein Verlag existiert, lässt sich allein noch nicht ableiten, dass die gesamte Gemeinschaft kommerziell arbeitet.
Struktur und internationale Verbreitung
- Gründung: Grete Häusler gründete den Bruno-Gröning-Freundeskreis 1979.
- Leitung: Nach Angaben des Freundeskreises wird die internationale Gemeinschaft heute von Dieter Häusler geleitet.
- Internationale Präsenz: Der Freundeskreis gibt an, in mehr als 100 Ländern örtliche Gemeinschaften zu haben.
- Gemeinschaftsstunden: Die örtlichen Gruppen treffen sich nach Angaben des Freundeskreises regelmäßig, in der Regel alle drei Wochen, zu sogenannten Gemeinschaftsstunden.
- Medizinisch-Wissenschaftliche Fachgruppe: Eine eigene Fachgruppe beschäftigt sich mit Heilungsberichten und der Darstellung der Lehre gegenüber medizinischen und wissenschaftlichen Fragestellungen.
- Kinder und Jugendliche: Nach Angaben des Freundeskreises gibt es auch Angebote und Veröffentlichungen für jüngere Menschen.
Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen
Gerade für Menschen mit Behinderungen ist die Auseinandersetzung mit Heilungsversprechen besonders wichtig. Eine Behinderung kann angeboren sein, durch eine Erkrankung entstehen oder durch einen Unfall verursacht werden. Nicht jede Behinderung ist medizinisch heilbar – und ein erfülltes Leben hängt nicht davon ab, eine Behinderung unbedingt beseitigen zu können.
Die EZW weist ausdrücklich darauf hin, dass auch Menschen mit Einschränkungen, Behinderungen und Krankheit ein sinnvolles und erfülltes Leben führen können. Problematisch wird es dort, wo eine Behinderung oder Erkrankung als Zustand verstanden wird, der durch ausreichend Glauben zwingend überwunden werden müsse.
Menschen mit Behinderungen haben das gleiche Recht auf medizinische Versorgung, Selbstbestimmung, Teilhabe und gesellschaftliche Anerkennung wie alle anderen Menschen. Heilungsversprechen dürfen nicht dazu führen, dass Betroffene sich für ihre Erkrankung verantwortlich oder schuldig fühlen.
Beratungsfälle in Nordrhein-Westfalen
Besonders interessant für die aktuelle Bewertung ist der Jahresbericht des Sekten-Info Nordrhein-Westfalen e.V. für 2024. Dort werden 17 Beratungsfälle und 16 Informationsanfragen aus dem Bereich der Heilergruppen genannt. Beim Bruno-Gröning-Freundeskreis wurden dabei 12 Beratungsfälle gezählt.
Der Bericht beschreibt als zentrale Punkte der Lehre die Vorstellung, dass es keine unheilbare Erkrankung gebe, dass der „göttliche Heilstrom“ Heilung bewirken könne und dass Zweifel oder Kritik von außen als negative Einflüsse betrachtet werden könnten. Bei den regelmäßigen Treffen werde von Heilungen und außergewöhnlichen Ereignissen berichtet.
Diese Angaben sind besonders relevant, weil sie nicht nur eine allgemeine weltanschauliche Bewertung darstellen, sondern aus der praktischen Beratungsarbeit einer spezialisierten Beratungsstelle stammen.
Medienberichte und aktuelle öffentliche Diskussion
- ORF Kärnten, 25. Januar 2025: Der Bericht „Kirche stuft Gruppierung als problematisch ein“ beschäftigt sich mit Veranstaltungen des Bruno-Gröning-Freundeskreises und der Einschätzung des katholischen Referats für Weltanschauungsfragen. Der zuständige Referent bezeichnete die Bewegung als problematisch beziehungsweise konfliktträchtig, vermied jedoch ausdrücklich den Begriff „Sekte“.
- FOCUS Online: Ein ausführlicher Medienbericht beschäftigt sich kritisch mit dem Bruno-Gröning-Freundeskreis, seinen Heilungsvorstellungen und möglichen Folgen für schwer erkrankte Menschen.
- Hannoversche Allgemeine Zeitung: Ein Bericht befasst sich mit der kirchlichen Kritik und der öffentlichen Diskussion über die Bewegung und ihre Heilungsvorstellungen.
- Westfalen-Blatt: Berichtet wurde unter anderem über Veranstaltungen und das öffentliche Auftreten des Bruno-Gröning-Freundeskreises in Ostwestfalen.
- Neue Deutschland: Ein kritischer Beitrag beschäftigt sich mit der Struktur und den religiösen beziehungsweise weltanschaulichen Vorstellungen des Freundeskreises.
- Frankfurter Allgemeine Zeitung: Auch dort wurde der Bruno-Gröning-Freundeskreis im Zusammenhang mit der Sekten- und Weltanschauungsdebatte kritisch thematisiert.
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Abgrenzung zu anderen religiösen und weltanschaulichen Gruppen
Auch andere religiöse und weltanschauliche Gruppen stehen wegen ihres Umgangs mit Krankheit, medizinischer Behandlung oder Psychiatrie in der öffentlichen Kritik. Dazu gehören beispielsweise die Zeugen Jehovas und Scientology.
Bei den Zeugen Jehovas ist insbesondere die religiös begründete Ablehnung von Bluttransfusionen bekannt. Bei Scientology gibt es eine umfangreiche und kontroverse Auseinandersetzung mit der Haltung der Organisation gegenüber Psychiatrie und bestimmten medizinischen Behandlungsmethoden.
Diese Gruppen sollten jedoch nicht pauschal gleichgesetzt werden. Ihre religiösen Lehren, Organisationsstrukturen und konkreten Positionen unterscheiden sich erheblich. Gemeinsamkeiten sollten daher nur dort genannt werden, wo sie tatsächlich belegt sind.
Warum kritische Information wichtig ist
Menschen, die sich in einer schweren gesundheitlichen Krise befinden, sind besonders empfänglich für Hoffnung und Heilungsversprechen. Das ist menschlich verständlich. Gerade deshalb sollten Informationen über geistige Heilung, alternative Heilmethoden und religiöse Heilungsangebote besonders sorgfältig geprüft werden.
Eine persönliche Erfahrung kann für den Betroffenen sehr real und bedeutsam sein. Sie beantwortet jedoch nicht automatisch die wissenschaftliche Frage, ob eine bestimmte Methode eine Krankheit tatsächlich heilen kann. Bei medizinischen Entscheidungen sollten deshalb wissenschaftlich anerkannte Erkenntnisse und qualifizierte medizinische Beratung berücksichtigt werden.
Weitere Quellen zum Bruno-Gröning-Freundeskreis
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- Westfalen-Blatt: Bruno Gröning – TV-Dokumentation über den Freundeskreis
Zur Dokumentation und zum Bericht - ORF Kärnten: Kirche stuft Gruppierung als problematisch ein
Zum ORF-Bericht - Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ): Kirche warnt vor umstrittener Heiler-Doku
Zum HAZ-Bericht - nd.aktuell: Bruno-Gröning-Freundeskreis – „Erlösung nur durch Unterwerfung“
Zum Bericht - Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ): Sekte um Bruno Gröning – „Wer solche Freunde hat …“
Zum FAZ-Artikel
- Westfalen-Blatt: Bruno Gröning – TV-Dokumentation über den Freundeskreis
Fazit
Der Bruno-Gröning-Freundeskreis stellt sich selbst als freiwillige, internationale und überkonfessionelle Gemeinschaft dar, die Menschen durch die Lehre Bruno Grönings auf einem geistigen Weg helfen möchte. Die Organisation betont ausdrücklich, dass sie kein Ersatz für Ärzte und medizinische Behandlung sei.
Gleichzeitig gibt es eine langjährige und weiterhin aktuelle Kritik von Weltanschauungsberatungsstellen, kirchlichen Stellen und Medien. Im Mittelpunkt stehen insbesondere die Aussage „Es gibt kein Unheilbar“, die Vorstellung eines göttlichen „Heilstroms“, die Vielzahl persönlicher Heilungsberichte sowie die Frage, welchen Einfluss solche Vorstellungen auf schwer erkrankte Menschen haben können.
Die aktuellen Beratungsberichte des Sekten-Info Nordrhein-Westfalen zeigen außerdem, dass der Bruno-Gröning-Freundeskreis auch heute Gegenstand von Beratungsfällen ist. Die katholische Weltanschauungsberatung in Kärnten bezeichnete die Bewegung 2025 als problematisch beziehungsweise konfliktträchtig.
Für Menschen mit Behinderungen, chronischen Erkrankungen oder schweren Krankheiten gilt daher: Persönliche Heilungserfahrungen können Hoffnung und Trost geben, sind aber kein wissenschaftlicher Nachweis für eine medizinische Wirksamkeit. Eine notwendige ärztliche Untersuchung oder Behandlung sollte niemals aufgrund eines Heilungsversprechens oder einer spirituellen Überzeugung unterlassen oder verzögert werden.
Glaube kann einem Menschen Halt und Hoffnung geben. Aber Krankheit ist kein persönliches Versagen und eine Behinderung kein Zeichen mangelnden Glaubens. Medizinische Entscheidungen sollten auf zuverlässigen medizinischen Informationen und einer fachgerechten Behandlung beruhen.
Unabhängige Beratung und Hilfe
Wer selbst Mitglied einer weltanschaulichen oder religiösen Gemeinschaft ist oder sich wegen eines Familienangehörigen Sorgen macht, kann sich an unabhängige Weltanschauungs- und Sektenberatungsstellen wenden. Eine solche Beratung kann helfen, zwischen persönlichem Glauben, religiöser Überzeugung und möglichen problematischen Abhängigkeitsstrukturen zu unterscheiden.
In Deutschland gibt es unter anderem regionale Beratungsangebote sowie die Weltanschauungsberatung der evangelischen Kirchen. Auch das Sekten-Info Nordrhein-Westfalen e.V. bietet Informationen und Beratung zu problematischen weltanschaulichen Gruppen und Heilerangeboten.
Quellen und weiterführende Informationen
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- Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW): „Bruno Gröning-Freundeskreis“ – Lexikon für Religion und Weltanschauung.
- EZW: „Ein wissenschaftlicher Vortrag? Besuch einer Veranstaltung des Bruno-Gröning-Freundeskreises“. Kritische Analyse einer Veranstaltung und der dort präsentierten Heilungsberichte.
- EZW: „100. Geburtstag von Bruno Gröning“ – historische und weltanschauliche Einordnung des Freundeskreises und seiner Heilungslehre.
- Sekten-Info Nordrhein-Westfalen e.V.: Jahresbericht 2024 – Beratungsfälle und Informationen zu Heilergruppen, darunter der Bruno-Gröning-Freundeskreis.
- Sekten-Info Nordrhein-Westfalen e.V.: Informationen zu Kriterien bei Heilmethoden und Warnhinweise zu unrealistischen Heilungsversprechen.
- ORF Kärnten berichtete am 25. Januar 2025: ORF Kärnten berichtete am 25. Januar 2025 unter der Überschrift: „Kirche stuft Gruppierung als problematisch ein“
Unter dem Motto „Es gibt kein Unheilbar“ lud eine internationale Bewegung
in Kärnten zu Vorträgen ein. Der ORF bezeichnete den Bruno-Gröning-Freundeskreis
als umstritten und berichtete, dass auch das Referat für Weltanschauungsfragen
der katholischen Kirche die Bewegung als problematisch einstuft. Der zuständige Referent vermied dabei ausdrücklich den Begriff „Sekte“. Zum vollständigen ORF-Bericht - Bruno-Gröning-Freundeskreis: Eigendarstellung, Organisation, internationale Gemeinschaften und Zusammenarbeit mit Ärzten. Diese Quellen werden hier ausdrücklich als Eigendarstellung der Organisation verwendet.
- FOCUS Online: Kritische Berichterstattung über Heilungsversprechen und mögliche Folgen.
- Hannoversche Allgemeine Zeitung: Bericht über die kirchliche Kritik und die öffentliche Diskussion.
- Westfalen-Blatt: Berichterstattung über das öffentliche Auftreten des Bruno-Gröning-Freundeskreises.
- Neue Deutschland: Kritische Berichterstattung über die Bewegung und ihre religiösen Vorstellungen.
- Frankfurter Allgemeine Zeitung: Berichterstattung zur Einordnung des Bruno-Gröning-Freundeskreises in der Sekten- und Weltanschauungsdebatte.
Videos
Undercover bei den Wunderheilern: Die gefährlichen Versprechen von Bruno Gröning | NDR
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"Es gibt kein unheilbar", verspricht der "Bruno Gröning Freundeskreis". Die Glaubensgemeinschaft zieht zehntausende Menschen an, ...die auf den "göttlichen Heilstrom" hoffen - selbst bei schweren Krankheiten wie Krebs. Den NDR Autoren Edith Dietrich und Herbert Kordes ist es gelungen, ins Innere des Freundeskreises vorzudringen. Was suchen Menschen in der Gemeinschaft? Und wie gefährlich wird es, wenn sie der Lehre Bruno Grönings mehr vertrauen als dem eigenen Arzt?
Der Bruno-Gröning-Freundeskreis hat in Deutschland mehr Mitglieder als Scientology - und ist öffentlich doch kaum bekannt. In mehr knapp 700 Gröning-Gemeinschaften, darunter mehr als 70 in Norddeutschland, treffen sich die Anhänger des 1959 verstorbenen "Wunderheilers" Bruno Gröning.
Kritiker werfen dem Freundeskreis eine "Heilutopie" vor, weil mit den Versprechen unrealistische Erwartungen geweckt werden. "Beim geistigen Weg klingt das alles so wunderbar. Aber es ist eben gefährlich, weil dann notwendige medizinische Maßnahmen ausgelassen werden oder nicht in Anspruch genommen werden", sagt Michael Utsch von der der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen in Berlin.
Reporterin Edith Dietrich wird selbst Mitglied im Freundeskreis und macht ihre ganze eigenen Erfahrungen mit der Gemeinschaft.
BILD: Design: NDR/Pascale Guillon u. Kristina Möckel | Gröning: picture-alliance/ASSOCIATED PRESS/Heinrich Sanden Jr. | Figuren KI-generiert | Setting: Fernsehgesellen
HOMEPAGE NDR STORY: http://www.ndr.de/ndrstoryMehr anzeigen
Redaktioneller Hinweis: Dieser Beitrag unterscheidet zwischen der Eigendarstellung des Bruno-Gröning-Freundeskreises, den Einschätzungen von Weltanschauungs- und Beratungsstellen sowie journalistischer Berichterstattung. Der Begriff „Sekte“ wird deshalb nicht als neutrale wissenschaftliche Bezeichnung verwendet. Wo kritische Aussagen wiedergegeben werden, werden sie als Einschätzung der jeweiligen Quelle kenntlich gemacht.