Compound-Bogen für den sportlichen Wettbewerb (wird auch im Para-Bogenschießen verwendet)
Para-Bogenschützen verwenden häufig Hilfsmittel wie speziell angefertigte Auszugs- oder Auslösehilfen, Mundstücke oder Rollstühle, um Chancengleichheit zu gewährleisten . Auch klassifizierte Athleten können mit ihren Hilfsmitteln an Zielbogen-Wettbewerben gegen nicht behinderte Athleten teilnehmen.
Bei den Sommer-Paralympics 2024 in Paris wurden in insgesamt neun Wettbewerben im Bogenschießen Medaillen vergeben. Die Entscheidungen fielen zwischen dem 29. August und 5. September 2024 auf der Esplanade des Invalides.
Die Wahl der richtigen Zielscheibe hängt von deinem Bogen.
Klassen
Bei den paralympischen Bogenschießwettbewerben wurde in zwei Klassen unterschieden:
- Offen: Für Bogenschützen im Rollstuhl oder mit Gleichgewichtsbeeinträchtigungen, die stehend oder auf einem Stuhl sitzend schießen.
- W1: Für Bogenschützen im Rollstuhl mit eingeschränkten Arm- oder Beinfunktionen.
Medaillenspiegel bei den Sommer-Paralympics 2024 in Paris im Bogenschießen
Welche Regeln gelten beim Para-Bogenschießen?
- Format: Die Wettkämpfe beginnen mit einer Ranglistenrunde, in der 72 Pfeile geschossen werden (12 Phasen à 6 Pfeile). Die Ergebnisse bestimmen die Platzierung für die anschließenden K.o.-Runden (Matchplay).
- Zeitlimit: Athleten haben ein festgelegtes Zeitlimit pro Pfeil oder pro Passe (Serie von Pfeilen), typischerweise 40 Sekunden pro Pfeil.
- Punktewertung: Die Zielscheibe hat 10 konzentrische Ringe, wobei die Mitte 10 Punkte und der äußerste Ring 1 Punkt wert ist.
- Sicherheit: Strenge Sicherheitsregeln gelten für alle Athleten.
Distanzen und Zielscheiben
Die Distanzen variieren je nach Bogenklasse:
| Kategorie | Distanz | Zielscheibengröße |
|---|---|---|
| Recurve Open | 70 Meter | 122 cm |
| Compound Open / W1 | 50 Meter | 80 cm |
| Sehbehinderte (VI) | 30 Meter | 80 cm |
Klassifizierung und Spezifische Regeln
Die Athleten werden basierend auf Art und Grad ihrer Behinderung klassifiziert, um faire Bedingungen zu gewährleisten.
- W1-Kategorie:
- Für Athleten mit schweren Beeinträchtigungen der oberen und unteren Gliedmaßen sowie des Rumpfes, die einen Rollstuhl verwenden.
- Es dürfen sowohl Recurve- als auch Compoundbögen verwendet werden, oft mit Zuggewichtsbegrenzungen.
- Sie verwenden spezielle Auslösehilfen wie Mundstücke.
- Open-Kategorie (Recurve und Compound):
- Eingeteilt in VI1 (fast/vollständig blind, muss Augenbinde tragen) und VI2/3.
- Sie verwenden taktile Zielhilfen (fühlbare Vorrichtungen) zur Ausrichtung auf das Ziel.
- Ein Assistent darf hinter der Schusslinie stehen, um die Position der Pfeile zu melden, bei der Sicherheit zu helfen und beim Laden der Pfeile zu assistieren.