Para-Bogenschützinnen und Para-Bogenschützen können verschiedene Hilfsmittel einsetzen, die an ihre individuellen Bedürfnisse angepasst sind. Dazu gehören beispielsweise Auszugs- und Auslösehilfen, Mundstücke, Fuß- oder Armstützen sowie Rollstühle. Welche Hilfsmittel zugelassen sind, hängt von der Klassifizierung und den geltenden Wettkampfregeln ab. Ziel ist es, die sportliche Ausübung des Bogenschießens unter möglichst fairen Bedingungen zu ermöglichen.
Bei den Paralympischen Sommerspielen 2024 in Paris wurden im Para-Bogenschießen neun Medaillenentscheidungen ausgetragen. Die Wettbewerbe fanden vom 29. August bis 5. September 2024 auf der Esplanade des Invalides statt. Insgesamt nahmen 137 Athletinnen und Athleten aus 47 Ländern teil.

Klassen im Para-Bogenschießen
Bei den Paralympischen Spielen 2024 wurde im Para-Bogenschießen zwischen den drei Wettbewerbskategorien Recurve Open, Compound Open und W1 unterschieden. Zusätzlich werden im Para-Bogenschießen weitere Klassifizierungen verwendet, die bestimmen, ob eine Athletin oder ein Athlet startberechtigt ist und welche Hilfsmittel eingesetzt werden dürfen.
- Recurve Open: Athletinnen und Athleten mit entsprechender körperlicher Beeinträchtigung schießen mit einem Recurvebogen. Je nach Beeinträchtigung kann im Stehen, auf einem Hocker oder im Rollstuhl geschossen werden.
- Compound Open: In dieser Kategorie wird mit einem Compoundbogen geschossen. Auch hier können je nach individueller Beeinträchtigung unterschiedliche Sitz- oder Stehpositionen sowie zugelassene Hilfsmittel zum Einsatz kommen.
- W1: Diese Kategorie richtet sich an Athletinnen und Athleten mit stärkeren Beeinträchtigungen, insbesondere an Ober- und Unterkörper sowie Rumpf. Die Wettkämpfe werden im Rollstuhl ausgetragen. Es gelten besondere Ausrüstungsregeln.
Wichtig: Klassifizierung und Wettbewerbskategorie sind nicht dasselbe. Die Klassifizierung bestimmt unter anderem die Teilnahmeberechtigung und welche Hilfsmittel eine Athletin oder ein Athlet verwenden darf. Die Einteilung in Wettbewerbskategorien legt anschließend fest, in welchem Wettbewerb gestartet wird.
Bei den Paralympics 2024 wurden in den Kategorien Recurve Open, Compound Open und W1 jeweils Einzelwettbewerbe für Männer und Frauen sowie gemischte Teamwettbewerbe ausgetragen. Damit ergaben sich insgesamt neun Medaillenentscheidungen.
Medaillenspiegel im Para-Bogenschießen bei den Paralympics 2024
Welche Regeln gelten beim Para-Bogenschießen?
- Qualifikationsrunde: In der Qualifikationsrunde werden 72 Pfeile geschossen. Das Ergebnis bestimmt die Platzierung für die anschließenden Ausscheidungs- und Finalrunden.
- Wertung: Die Pfeile werden entsprechend ihrer Trefferzone auf der Zielscheibe gewertet. Je näher der Pfeil am Zentrum liegt, desto höher ist die Punktzahl.
- Matchformat: Das Format der Ausscheidungs- und Finalrunden unterscheidet sich je nach Wettbewerb. Bei Recurve Open wird das Satzsystem verwendet. Compound Open und W1 werden dagegen über die Gesamtpunktzahl der geschossenen Pfeile entschieden.
- Hilfsmittel: Zugelassene Hilfsmittel werden im Rahmen der Klassifizierung festgelegt. Dazu können beispielsweise Rollstühle, spezielle Auslösehilfen oder Mundstücke gehören.
- Sicherheit: Für alle Athletinnen und Athleten gelten verbindliche Sicherheitsregeln für den Umgang mit Bogen und Pfeilen sowie für den Ablauf auf dem Wettkampfgelände.
Distanzen und Zielscheiben
Die Entfernung zum Ziel und die Größe beziehungsweise Ausführung der Zielauflage unterscheiden sich je nach Bogenklasse. Bei den Paralympics 2024 galten folgende Bedingungen:
| Kategorie | Distanz | Zielscheibe |
|---|---|---|
| Recurve Open | 70 Meter | 122 cm Durchmesser |
| Compound Open | 50 Meter | 80 cm Durchmesser; äußere vier Ringe entfernt |
| W1 | 50 Meter | 80 cm Durchmesser |
Bei Recurve Open wird eine 122 cm große Zielscheibe aus 70 Metern Entfernung beschossen. Compound Open und W1 schießen aus 50 Metern Entfernung auf eine 80 cm große Zielscheibe. Bei Compound Open werden die äußeren vier Ringe nicht gewertet.
Klassifizierung und besondere Regeln
Die Klassifizierung berücksichtigt die funktionellen Auswirkungen einer Beeinträchtigung auf die sportliche Leistung. Dadurch soll ein möglichst fairer Wettbewerb ermöglicht werden. Außerdem legt die Klassifizierung fest, ob und welche zugelassenen Hilfsmittel eingesetzt werden dürfen.
W1-Kategorie
- Die W1-Kategorie richtet sich an Athletinnen und Athleten mit stärkeren Beeinträchtigungen des Ober- und Unterkörpers sowie des Rumpfes.
- Die Wettbewerbe werden im Rollstuhl ausgetragen.
- Es gelten besondere Regeln für die verwendeten Bögen und das Zubehör. Unter anderem sind bestimmte Visiereinrichtungen nicht erlaubt.
- Zugelassene Auslösehilfen können verwendet werden, sofern sie im Rahmen der Klassifizierung genehmigt wurden.
Open-Kategorie
- In der Open-Kategorie treten Athletinnen und Athleten mit Recurve- oder Compoundbogen an.
- Je nach Beeinträchtigung können sie im Stehen, auf einem Hocker oder im Rollstuhl schießen.
- Zugelassene Hilfsmittel werden entsprechend der individuellen Klassifizierung festgelegt.
Die genauen Voraussetzungen, Klassifizierungskriterien und zugelassenen Hilfsmittel richten sich nach den jeweils geltenden Regeln von World Archery .
Para-Bogenschießen bei den Paralympics 2024
Die neun Medaillenentscheidungen setzten sich aus drei Einzelwettbewerben für Männer, drei Einzelwettbewerben für Frauen und drei gemischten Teamwettbewerben zusammen. Dazu gehörten Recurve Open, Compound Open und W1.
Im offiziellen Medaillenspiegel von Paris 2024 gewann die Volksrepublik China mit drei Gold-, drei Silber- und zwei Bronzemedaillen die meisten Goldmedaillen. Insgesamt wurden 27 Medaillen an zehn Nationale Paralympische Komitees vergeben.
Medaillenspiegel der Paralympics 2024 bei Sportschau
Weitere Informationen zum Para-Sport findest du hier: → Para-Sportarten