Para-Eishockey – schnell, kraftvoll und inklusiv
Aktualisiert: 07.09.2026
Para-Eishockey ist eine schnelle, technisch anspruchsvolle und körperbetonte Mannschaftssportart für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen. Gespielt wird auf speziell angepassten Schlitten mit zwei Kufen. Die Spielerinnen und Spieler nutzen kurze Schläger, die sowohl zur Fortbewegung als auch zur Führung und zum Schießen des Pucks eingesetzt werden. Der Sport verbindet Geschwindigkeit, Kraft, Technik und Teamarbeit und gehört zum paralympischen Wintersport.
Die Athletinnen und Athleten sitzen auf einem speziell angepassten Schlitten und bewegen sich mit zwei kurzen Schlägern über das Eis. An einem Ende befinden sich Spitzen zum Abstoßen, am anderen Ende eine Schaufel zur Führung und zum Schießen des Pucks. Dadurch werden Fortbewegung, Puckkontrolle und Torschuss miteinander verbunden.
Der Sport orientiert sich grundsätzlich am Eishockey-Regelwerk, berücksichtigt aber die besonderen Bedingungen des Spiels im Sitzen. Neben Schnelligkeit und Kraft sind deshalb vor allem Koordination, Reaktionsfähigkeit, Technik, taktisches Verständnis und Teamarbeit gefragt.
Was macht Para-Eishockey besonders?
- Schlitten statt Schlittschuhe: Gespielt wird im Sitzen auf individuell angepassten Schlitten mit zwei Kufen.
- Zwei kurze Schläger: Sie dienen sowohl zum Abstoßen und Beschleunigen als auch zur Puckführung und zum Schießen.
- Hohe Geschwindigkeit: Richtungswechsel, Zweikämpfe und schnelle Spielzüge verlangen Reaktionsfähigkeit, Kraft und Technik.
- Körperbetonter Mannschaftssport: Körperkontakt gehört im Rahmen der geltenden Regeln zum Spiel.
- Teamarbeit: Zusammenspiel, Raumaufteilung, taktisches Verhalten und Kommunikation sind wichtige Bestandteile des Spiels.
- Inklusion und Leistungssport: Die Sportart bietet Möglichkeiten vom Vereinssport bis zum internationalen Spitzen- und Paralympicssport.
Geschichte des Para-Eishockeys
Die Wurzeln des Sports liegen in Schweden. Anfang der 1960er-Jahre entwickelten Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen in Stockholm eine Möglichkeit, weiterhin Eishockey zu spielen. Dafür wurden Schlitten mit Kufen angepasst und die Spielweise Schritt für Schritt weiterentwickelt.
Die Sportart verbreitete sich international und wurde bei den Paralympischen Winterspielen 1994 in Lillehammer erstmals offiziell als paralympischer Wettbewerb ausgetragen. Schweden gewann dabei die erste Goldmedaille. Seitdem gehört der Sport fest zum paralympischen Wintersport.
International wird die Sportart als Para Ice Hockey bezeichnet. Das Regelwerk basiert grundsätzlich auf den Eishockey-Regeln und enthält Anpassungen an die besonderen Bedingungen des Spiels auf Schlitten.
Deutschland und Para-Eishockey
In Deutschland wird die Sportart im Deutschen Rollstuhl-Sportverband (DRS) organisiert. Neben dem nationalen Spielbetrieb gibt es Vereine und Trainingsangebote an verschiedenen Standorten. Die deutsche Nationalmannschaft nimmt an internationalen Wettbewerben wie Weltmeisterschaften und Paralympischen Winterspielen teil.
Ein wichtiger Meilenstein: Nach 20 Jahren Abwesenheit qualifizierte sich die deutsche Nationalmannschaft 2025 wieder für die Paralympischen Winterspiele. Bei den Paralympics 2026 in Mailand und Cortina war Deutschland damit wieder auf der großen paralympischen Bühne vertreten.
Ausrüstung
Die Ausrüstung verbindet die Anforderungen des Eishockeys mit den besonderen Bedingungen des Spiels im Sitzen.
- Schlitten: Sitzschale, Rahmen und Kufen werden an die jeweilige Athletin bzw. den jeweiligen Athleten angepasst.
- Kufen: Feldspielerschlitten verfügen über zwei Kufen, unter denen der Puck hindurchgespielt werden kann.
- Schläger: Die zwei kurzen Schläger besitzen Spitzen zum Abstoßen und Schaufeln zum Spielen des Pucks.
- Schutzausrüstung: Helm, Gesichtsschutz und weitere Schutzausrüstung schützen die Spielerinnen und Spieler vor Verletzungen.
- Torwartausrüstung: Torhüterinnen und Torhüter verwenden eine speziell angepasste Ausrüstung und einen entsprechenden Schlitten.
Spielregeln – die wichtigsten Grundlagen
- Spielerzahl: Es wird grundsätzlich 6 gegen 6 gespielt. Pro Mannschaft befinden sich gleichzeitig fünf Feldspieler und ein Torwart auf dem Eis.
- Spieldauer: Ein reguläres Spiel besteht aus drei Dritteln mit jeweils 15 Minuten Spielzeit.
- Spielziel: Ziel ist es, den Puck regelkonform in das gegnerische Tor zu befördern und mehr Tore als die gegnerische Mannschaft zu erzielen.
- Schlitten und Schläger: Die Spieler bewegen sich mit dem Schlitten über das Eis und verwenden zwei kurze Schläger für Fortbewegung und Puckspiel.
- Regelwerk: Grundlage ist das Eishockey-Regelwerk mit sportartspezifischen Anpassungen. Fouls, Strafen und erlaubter Körperkontakt werden nach den jeweils geltenden Regeln beurteilt.
- Auswechslungen: Schnelle Wechsel gehören ebenso zum Spiel wie beim Eishockey und ermöglichen ein hohes Tempo über die gesamte Spielzeit.
Warum der Sport mehr als nur Sport ist
Para-Eishockey verbindet sportliche Leistung, Gemeinschaft und Teilhabe. Das Training kann Ausdauer, Kraft, Koordination und Reaktionsfähigkeit fördern. Gleichzeitig bietet der Vereinssport soziale Kontakte, Teamzugehörigkeit und die Möglichkeit, persönliche und sportliche Ziele zu verfolgen.
Für viele Athletinnen und Athleten kann der Sport außerdem zu mehr Selbstvertrauen und Selbstständigkeit beitragen. Vom ersten Schnuppertraining bis zum internationalen Wettkampf gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, aktiv zu werden und sich sportlich weiterzuentwickeln.
Video: Para-Eishockey in Aktion
Das folgende Video veranschaulicht die Dynamik, Technik und besonderen Anforderungen des Sports:
Sport mit Handicap: Sledge-Eishockey
Para-Eishockey ausprobieren
Wer die Sportart kennenlernen möchte, findet über Vereine und Verbände Informationen zu Trainingsmöglichkeiten, Ausrüstung und Ansprechpartnern. Gerade beim Einstieg kann vorhandene Vereinsausrüstung das Ausprobieren erleichtern.
Informationen zu Spiel, Ausrüstung und Vereinen:
Informationen zu Spiel, Ausrüstung und Vereinen
Weiterführende Links
- Para-Eishockey.de – Informationen zu Sport, Spielbetrieb, Vereinen und Downloads.
- ParaEishockey.de – weitere Informationen und Angebote rund um den Sport.
- Deutscher Behindertensportverband (DBS) – Para Eishockey aktuell – Nachrichten, Nationalmannschaft und Leistungssport.
- Parasport.de – Para-Eishockey – Informationen zur Sportart im deutschen Parasport.
- OWAYO – Regeln und Ausrüstung – Überblick über Sportart, Ausrüstung und Spielregeln.
- Team Deutschland Paralympics – Die lang ersehnte Rückkehr auf die große Bühne – Hintergrund zur deutschen Rückkehr zu den Paralympischen Winterspielen.
- sport.de – Para-Eishockey-WM: Ergebnisse und Tabelle – Ergebnisse und Tabellen internationaler Wettbewerbe.
- Deutscher Rollstuhl-Sportverband (DRS) – Informationen zum Verband und zu Sportangeboten.
- International Paralympic Committee – Para Ice Hockey – internationale Informationen zur Sportart und ihrer Geschichte.
Begriff: Parasport
Parasport ist ein moderner Sammelbegriff für Sport von Menschen mit Behinderungen und umfasst verschiedene Sportarten auf Breiten-, Vereins- und Leistungssportebene.
Hinweis: Regeln, Klassifikationsbestimmungen, Spielordnungen und internationale Wettbewerbsformate können sich ändern. Für verbindliche Angaben sind die jeweils aktuellen Regelwerke und Informationen der zuständigen Verbände maßgeblich.