Frank Elstner: Mein Leben mit Parkinson
Frank Elstner und Parkinson – der bekannte deutsche Fernsehmoderator lebt seit mehreren Jahren mit der Parkinson-Krankheit. Seit seiner Diagnose spricht er offen über sein Leben mit der Erkrankung und möchte anderen Betroffenen Mut machen.
Parkinson ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die bei jedem Menschen unterschiedlich verlaufen kann. Typische Beschwerden sind unter anderem Zittern, verlangsamte Bewegungen und Muskelsteifheit. Daneben können weitere motorische und nicht-motorische Symptome auftreten.
Frank Elstner erhielt seine Parkinson-Diagnose nach eigenen Angaben im Jahr 2019. Heute engagiert er sich öffentlich für Aufklärung, Bewegung und die Parkinson-Forschung.
Die Parkinson-Diagnose von Frank Elstner
Frank Elstner berichtete, dass er seine ersten Beschwerden zunächst nicht eindeutig einordnen konnte. Sein Zittern brachte er unter anderem mit Lampenfieber in Verbindung. Erst nach mehreren ärztlichen Untersuchungen erhielt er schließlich die Diagnose Parkinson.
Die Diagnose war für ihn zunächst ein Schock. Gleichzeitig begann er, sich intensiv mit der Erkrankung auseinanderzusetzen. Dabei entstand auch der Austausch mit dem Neurologen und Parkinson-Forscher Professor Jens Volkmann.
Aus diesem Austausch entstand das gemeinsame Buch „Dann zitter ich halt – Leben trotz Parkinson“. Darin sprechen Elstner und Volkmann über die Erkrankung, Behandlungsmöglichkeiten und den persönlichen Umgang mit Parkinson.
Was ist Parkinson?
Die Parkinson-Krankheit ist eine fortschreitende Erkrankung des Nervensystems. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Botenstoff Dopamin. Im Verlauf der Erkrankung gehen Nervenzellen zugrunde, die an der Bildung beziehungsweise Verarbeitung von Dopamin beteiligt sind.
Parkinson kann sich sehr unterschiedlich äußern. Zu den möglichen Beschwerden gehören:
- Zittern, insbesondere in Ruhe
- verlangsamte Bewegungen
- Muskelsteifheit
- Gleichgewichts- und Gangprobleme
- Veränderungen der Sprache
- Schlafstörungen
- Veränderungen der Verdauung
- weitere nicht-motorische Beschwerden
Nicht jeder Mensch mit Parkinson entwickelt dieselben Symptome. Auch die Geschwindigkeit und Ausprägung des Krankheitsverlaufs können erheblich variieren.
Frank Elstner: Sport als wichtiger Bestandteil seines Alltags
Bewegung spielt für Frank Elstner eine wichtige Rolle im Umgang mit Parkinson. Er trainiert unter anderem Boxen und spielt Tischtennis. Dabei wird er von Fachleuten aus Sportwissenschaft und Physiotherapie unterstützt.
Die Parkinson Stiftung hebt regelmäßige Bewegung als wichtigen Bestandteil der Versorgung hervor. Auch Elstner selbst betont immer wieder die Bedeutung von Sport und regelmäßiger Aktivität.
Wichtig: Sport kann bei Parkinson eine sinnvolle Ergänzung der Behandlung sein. Welche Bewegungsform und welche Trainingsintensität geeignet sind, sollte individuell mit Ärztinnen, Ärzten und Therapeutinnen oder Therapeuten abgestimmt werden.
Boxen gegen Parkinson?
Frank Elstner setzt besonders auf das Boxtraining. Dabei geht es nicht um Leistungssport oder Wettkämpfe, sondern um gezielte Bewegungsübungen, Koordination und körperliche Aktivität.
Die Parkinson Stiftung berichtet, dass Boxen, Tischtennis und Nordic Walking inzwischen in speziellen Parkinson-Programmen eingesetzt werden. Entscheidend ist dabei vor allem, regelmäßig aktiv zu bleiben und das Training an die eigenen Möglichkeiten anzupassen.
Behandlung von Parkinson
Parkinson ist derzeit nicht heilbar. Die Behandlung verfolgt deshalb vor allem das Ziel, Beschwerden zu lindern, die Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten und die Lebensqualität zu verbessern.
Je nach Situation können verschiedene Behandlungsmöglichkeiten miteinander kombiniert werden. Dazu gehören beispielsweise:
- Medikamentöse Behandlung
- Physiotherapie
- Ergotherapie
- Logopädie
- Bewegungs- und Sportprogramme
- Unterstützung bei nicht-motorischen Beschwerden
Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt unter anderem von den individuellen Beschwerden und dem Verlauf der Erkrankung ab. Eine Therapie sollte deshalb immer ärztlich beziehungsweise therapeutisch begleitet werden.
Ernährung und Parkinson
Auch Ernährung und allgemeine Lebensgewohnheiten können für Menschen mit Parkinson eine Rolle spielen. Eine ausgewogene Ernährung kann dazu beitragen, den Körper mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen und das allgemeine Wohlbefinden zu unterstützen.
Eine bestimmte Ernährungsform kann jedoch nicht als Heilmittel gegen Parkinson bezeichnet werden. Empfehlungen sollten immer an die persönlichen Bedürfnisse und gegebenenfalls an die Medikamente angepasst werden.
Frank Elstners Engagement für Menschen mit Parkinson
Frank Elstner nutzt seine Bekanntheit, um über Parkinson zu informieren und die Forschung zu unterstützen. Seit 2020 ist er Botschafter und Mitglied im Stiftungsrat der Parkinson Stiftung.
Die Stiftung setzt sich für Forschung, Information und bessere Unterstützung von Menschen mit Parkinson ein. Elstner möchte dabei insbesondere Mut machen und zeigen, dass ein selbstbestimmtes und aktives Leben trotz Parkinson möglich sein kann.
Auch bei Veranstaltungen zum Welt-Parkinson-Tag hat sich Elstner für mehr Aufmerksamkeit und eine stärkere Förderung der Parkinson-Forschung eingesetzt.
Frank Elstner und die Parkinson-Forschung
Die Forschung zu Parkinson beschäftigt sich unter anderem mit den Ursachen und Krankheitsmechanismen sowie mit neuen Möglichkeiten der Diagnose und Behandlung. Ziel ist es, Beschwerden besser zu behandeln und langfristig Therapien zu entwickeln, die den Krankheitsverlauf stärker beeinflussen können.
Frank Elstner setzt große Hoffnung in die medizinische Forschung. Sein Engagement soll dazu beitragen, dass Parkinson stärker wahrgenommen wird und wissenschaftliche Projekte unterstützt werden.
Frank Elstner erhält den Grimme-Preis 2026
Ein aktuelles Ereignis aus dem Jahr 2026 ist die Auszeichnung von Frank Elstner mit dem Grimme-Preis. Die Parkinson Stiftung würdigte dabei insbesondere seinen offenen Umgang mit der Erkrankung und sein Engagement für Aufklärung und Forschung.
Die Auszeichnung zeigt auch, wie Elstner seine öffentliche Bekanntheit nutzt, um auf Parkinson aufmerksam zu machen und Betroffenen eine Stimme zu geben.
Familie und Unterstützung im Alltag
Auch das persönliche Umfeld kann bei einer chronischen Erkrankung eine wichtige Rolle spielen. Frank Elstner berichtet über die Unterstützung durch seine Ehefrau Britta und seine Familie.
Für Menschen mit Parkinson können außerdem Selbsthilfegruppen, Beratungsstellen und der Austausch mit anderen Betroffenen hilfreich sein. Gerade nach einer Diagnose können Gespräche mit anderen Menschen, die ähnliche Erfahrungen machen, Unterstützung und Orientierung geben.
Prominente Menschen mit Parkinson
Frank Elstner ist nicht die einzige bekannte Persönlichkeit, die öffentlich über Parkinson gesprochen hat. Weitere Beispiele sind:
- Michael J. Fox
- Ottfried Fischer
- Ute Freudenberg
- Markus Maria Profitlich
- Morten Harket
Wenn prominente Menschen offen über ihre Erkrankung sprechen, kann dies dazu beitragen, Vorurteile abzubauen und das öffentliche Bewusstsein für Parkinson zu stärken.
Frank Elstner spricht offen über sein Leben mit Parkinson.
Frank Elstner heute
Frank Elstner ist auch 2026 weiterhin öffentlich mit dem Thema Parkinson verbunden. Als Botschafter der Parkinson Stiftung setzt er sich für Aufklärung, Bewegung und die Unterstützung der Forschung ein.
Sein persönlicher Umgang mit der Erkrankung ist dabei von Aktivität und Offenheit geprägt. Er betont, wie wichtig Bewegung, Disziplin und der Austausch mit Fachleuten und anderen Betroffenen für ihn sind.
Gleichzeitig sollte seine persönliche Situation nicht als Maßstab für andere Menschen mit Parkinson verstanden werden. Die Erkrankung kann sehr unterschiedlich verlaufen.
Was können Betroffene von Frank Elstners Geschichte mitnehmen?
Frank Elstners Geschichte zeigt vor allem eines: Eine Parkinson-Diagnose bedeutet nicht automatisch, dass ein aktives und selbstbestimmtes Leben endet.
Eine gute medizinische Betreuung, passende Therapien, Bewegung, soziale Unterstützung und der offene Umgang mit der Erkrankung können wichtige Bestandteile des persönlichen Umgangs mit Parkinson sein.
Welche Maßnahmen im Einzelfall sinnvoll sind, sollte immer gemeinsam mit den behandelnden Fachkräften entschieden werden.
Frank Elstner - Mein Leben mit Parkinson | SWR Doku
Diagnose Parkinson
Ein Leben vor der Kamera: Frank Elstner zeigte sich als Erfinder von „Wetten, dass…?“ und vielen anderen Formaten positiv mit viel Energie und Redegwandtheit. Vor etwa 20 Jahren fing es harmlos an: Als er hinter der Bühne schnell noch ein Glas Wasser trinken wollte, fiel ihm auf, dass seine Hand zitterte. „Das ist die Aufregung, das nie endende Lampenfieber!", sagte er sich – und nahm das Glas in beide Hände. Manchmal blieb ein Fuß an der Autotür hängen, hin und wieder fühlte sich der Körper wie „eingefroren“ an. Vor allem der steife, zunehmend schmerzhafte Rücken, veranlasste ihn, viele Ärzte aufsuchen, die die Beschwerden zunächst als Arbeitsüberlastung deuteten. Doch die Veränderungen wurden stärker, auch als er kürzertrat: das Zittern, die Verlangsamung der Bewegungen, die Nackensteifigkeit und die Stimmungsschwankungen. Ein Neurologe attestierte ihm 2015 knapp: „Sie haben Parkinson!“
Wissen als Waffe gegen die Angst
Elstner war zunächst schockiert, fasste aber bald danach den Entschluss: Ich lasse mich von dieser Krankheit nicht unterkriegen! Aber er brauchte vier Jahre von der Diagnosestellung bis zu dem Tag, an dem er sich 2019 im Fernsehen öffentlich zu „seinem Parkinson“ bekannte. „Irgendwann kommt es sowieso raus!“, sagte er sich, „also ist es besser, ich packe selbst alles auf den Tisch! Dann gibt es keinen Platz mehr für Spekulationen!" Ein Neurologe half ihm dabei, sich Wissen über die Krankheit anzueignen – und dieses Wissen bis heute als wirkungsvolle Waffe gegen die Angst, die Parkinson so oft mit sich bringt, einzusetzen. Der Film zeigt, wie Elstner und seine Angehörigen mit der Krankheit umgehen.
Medikamente und Physiotherapie – letzter Schritt THS?
„betrifft“ begleitet Elstner zur Physiotherapie, wo er mit neuesten Übungsgeräten Muskelkraft und Gleichgewicht trainiert. Elstner spricht über die Medikamente, die er täglich einnehmen muss, um die Krankheitssymptome unter Kontrolle zu halten. Die Kamera kommt mit zu einem Treffen mit einem Weinbauern, den Parkinson viel härter getroffen hat als den prominenten Showmaster, und der nun in einer Universitätsklinik eine „Tiefe Hirnstimulation“ (THS) erhalten soll. Diesen sogenannten „Hirnschrittmacher“ bieten Spezialkliniken Patient:innen an, bei denen die Parkinson-Medikamente keine ausreichende Wirkung mehr zeigen. Vier Wochen nach der OP trifft Elstner den Weinbauern erneut. Ob auch er eines Tages um eine solche THS nicht mehr herumkommt, weiß im Moment niemand. Frank Elstner behält den Mut, er sagt zu „seinem Parkinson“: „Bis jetzt habe ich Glück gehabt, bei mir ist es ein Parkinsönchen!“
Diese Doku von Dr. Manfred Bölk aus der SWR-Reihe "betrifft" trägt den Originaltitel: Frank Elstner - Mein Leben mit Parkinson, Ausstrahlungsdatum: 13.10.21 #swrdoku #swr
Alle Aussagen und Fakten entsprechen dem damaligen Stand und wurden seitdem nicht aktualisiert.
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Fazit
Frank Elstner geht offen mit seiner Parkinson-Erkrankung um und nutzt seine Bekanntheit, um anderen Betroffenen Mut zu machen. Sport und Bewegung spielen in seinem persönlichen Alltag eine wichtige Rolle. Gleichzeitig engagiert er sich für die Parkinson Stiftung und die Förderung der Forschung.
Seine Geschichte macht deutlich, dass Parkinson zwar eine ernsthafte chronische Erkrankung ist, der persönliche Umgang damit aber sehr unterschiedlich aussehen kann. Moderne Behandlungsmöglichkeiten und eine individuell abgestimmte Therapie können dazu beitragen, Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu erhalten.
Weiterführende Informationen
- Parkinson Stiftung: Interview mit Frank Elstner
- Parkinson Stiftung
- Deutsche Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen
- Planet Wissen: Frank Elstners Leben mit Parkinson
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder Fragen zur Behandlung sollten Sie sich an eine Ärztin, einen Arzt oder eine entsprechend qualifizierte Fachperson wenden.